Wie planen wir unsere Strom- und Gasmengen, wenn die Hotelauslastung saisonal stark schwankt?+
Die Zimmerbelegung ist ein wichtiger Faktor, reicht für die Mengenplanung aber allein nicht aus. Grundlast, Heizung, Warmwasser, Küche, Wellness und andere Betriebsbereiche reagieren unterschiedlich auf die Auslastung. Sinnvoll ist deshalb, historische Verbrauchsdaten mit erwarteter Belegung, Saisonverlauf und geplanten betrieblichen Veränderungen zusammenzuführen. Hotels weisen aufgrund ihres 24/7-Betriebs auch außerhalb der stärksten Gästezeiten kontinuierliche Energiebedarfe auf.
Warum bleibt unser Energieverbrauch auch bei niedrigerer Zimmerbelegung vergleichsweise hoch?+
Weil viele Verbraucher nicht proportional zur Anzahl belegter Zimmer heruntergefahren werden können. Heizung und Warmwasser, Gemeinschaftsflächen, Küche, Lüftung, Kühlung, IT oder Wellness verursachen weiterhin Energiebedarf. Für die Beschaffung ist deshalb das tatsächliche Lastprofil aussagekräftiger als die reine Zimmerzahl oder durchschnittliche Auslastung. Gerade Heizung und Warmwasser haben im Hotel einen hohen Anteil am Gesamtverbrauch.
Eignet sich eine Spotmarkt- oder flexible Beschaffung für ein Hotel, obwohl der Gästebetrieb kaum verschoben werden kann?+
Das hängt davon ab, welcher Anteil des Verbrauchs tatsächlich flexibel ist. Warmwasser, Raumtemperatur oder Gästeservice können nicht beliebig an kurzfristige Strompreise angepasst werden. Andere Verbraucher oder technische Anlagen bieten möglicherweise mehr Spielraum. Deshalb sollte ein flexibles Beschaffungsmodell immer zum tatsächlichen Lastprofil und zur Risikobereitschaft des Hotels passen – nicht umgekehrt.
Was verändert sich an unserer Energiebeschaffung, wenn wir Photovoltaik, Wärmepumpe, BHKW oder Ladeinfrastruktur installieren?+
Dadurch verändern sich sowohl die Energiemenge als auch der Zeitpunkt des Netzbezugs. Photovoltaik reduziert beispielsweise tagsüber den Reststrombedarf, während eine Wärmepumpe den Stromverbrauch erhöhen und den Gasbedarf senken kann. Ladepunkte können zusätzliche Lasten erzeugen. Diese Veränderungen sollten deshalb bereits vor der nächsten Ausschreibung in Lastprofil und Mengenplanung berücksichtigt werden.
Können wir mehrere Hotels gemeinsam ausschreiben, obwohl Verbrauch und Ausstattung der Häuser unterschiedlich sind?+
Ja. Mehrere Hotels können innerhalb einer gemeinsamen Beschaffungsstrategie betrachtet werden. Dabei sollten jedoch die Verbrauchsmengen, Lastprofile, Vertragslaufzeiten und Besonderheiten jedes Hauses erhalten bleiben. Ein Businesshotel mit Tagungsbereich, ein Ferienhotel mit saisonaler Auslastung und ein Wellnesshotel müssen energetisch nicht gleich behandelt werden, nur weil sie zur selben Gruppe gehören.