Energiebeschaffung für die Lebensmittelproduktion

Energiekosten planbarer machen – wenn Kälte, Prozesswärme und Produktion zusammenspielen.

In der Lebensmittelproduktion treffen je nach Betrieb kontinuierliche Kühlung, hoher Wärmebedarf und wechselnde Produktionsmengen aufeinander. Energieformat richtet die Strom- und Gasbeschaffung an Verbrauch, Produktionsplanung und Risikoprofil aus – für mehr Planungssicherheit und weniger Aufwand im Energieeinkauf.

Energiebeschaffung prüfen

Wenn Kühlung, Prozesswärme und Auslastung den Energiebedarf bestimmen

Lebensmittelherstellung benötigt Energie häufig gleichzeitig für Kühlen, Gefrieren, Erwärmen, Dampf, Heißwasser, Antriebe und weitere Produktionsprozesse. Dadurch entstehen Verbrauchsprofile, die wesentlich von Produkt, Produktionsweise und Auslastung bestimmt werden.

Kältebedarf endet nicht mit der Produktion

Kühl- und Tiefkühlanlagen müssen je nach Produkt auch außerhalb der eigentlichen Produktionszeiten zuverlässig weiterlaufen. Dadurch bleibt ein relevanter Strombedarf bestehen, selbst wenn einzelne Produktionslinien stillstehen.

Prozesswärme macht Gas zum relevanten Kostenfaktor

Dampf, Warm- oder Heißwasser, Trocknung und andere thermische Prozesse benötigen erhebliche Energiemengen. In vielen Lebensmittelbetrieben spielt Erdgas deshalb neben Strom weiterhin eine zentrale Rolle.

Produktionsmengen können stark schwanken

Saisonale Rohwaren, veränderte Auftragsmengen oder unterschiedliche Produktionsprogramme können den Energiebedarf innerhalb eines Jahres deutlich verändern. Die geplanten Beschaffungsmengen müssen diese Schwankungen ausreichend berücksichtigen. Saisonale Verarbeitung ist beispielsweise bei ernteabhängigen Lebensmittelproduktionen ein relevanter Faktor.

Mehrere Prozesse erzeugen gleichzeitig Last

Kälteanlagen, Produktionsmaschinen, Druckluft, Reinigung und Wärmeerzeugung laufen nicht immer gleichmäßig. Werden mehrere energieintensive Prozesse gleichzeitig betrieben, verändert sich das Lastprofil entsprechend.

Qualität und Kühlkette begrenzen die Flexibilität

Produktionsprozesse können nicht beliebig auf günstige Marktstunden verschoben werden. Vorgeschriebene Temperaturen und Anforderungen an Produktqualität und Lebensmittelsicherheit setzen klare Grenzen.

Strom und Gas müssen gemeinsam vorausgedacht werden

Während elektrische Energie unter anderem Kälte, Antriebe und Druckluft versorgt, wird Prozesswärme häufig über andere Energieträger bereitgestellt. Änderungen an Produktionsverfahren oder Anlagentechnik können deshalb den Bedarf an Strom und Gas gleichzeitig verschieben.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Energiebeschaffung?

Konkreter Handlungsbedarf entsteht häufig dann, wenn sich Produktionsmengen, Anlagentechnik oder Vertragsbedingungen verändern. Die Beschaffungsstrategie sollte diese Entwicklungen frühzeitig aufnehmen.

Produktionsmengen oder Saisonverläufe verändern sich

Saison, Auftragslage und Produktionsrhythmus verändern den Bedarf an Strom und Gas und damit auch die Mengen für die nächste Lieferperiode.

Der Strom- oder Gasvertrag läuft aus

Eine frühzeitige Vorbereitung schafft Zeit, um erwartete Produktionsmengen und passende Vertragsmodelle vor dem Vertragsende miteinander abzugleichen.

Die bisherigen Vertragsmengen passen nicht mehr zum Verbrauch

Neue Produkte, eine veränderte Auslastung oder verschobene Produktionszeiten können dazu führen, dass die vereinbarten Mengen nicht mehr zum tatsächlichen Bedarf passen.

Prozesswärme oder Kältetechnik werden verändert

Neue Kälteanlagen, Wärmepumpen oder eine elektrifizierte Prozesswärme verändern, wann und in welcher Menge Strom oder Gas benötigt wird.

Flexiblere Beschaffungsmodelle werden interessant

Flexible Modelle können sinnvoll sein, wenn Verbrauch und Produktionsabläufe genügend Spielraum für eine variable oder schrittweise Beschaffung bieten.

Trifft einer dieser Punkte auf Ihr Unternehmen zu?

Mit wenigen Angaben zu Verbrauch, Vertragsende, Abnahmestellen und Planungssicherheit erhalten Sie eine erste Orientierung, welche Beschaffungsstruktur zu Ihrer aktuellen Situation passen kann.

Strategie-Check starten

Damit die Energiebeschaffung zur betrieblichen Realität passt

Energieformat führt Marktentwicklung, Verbrauchsdaten und betriebliche Anforderungen zusammen und bereitet daraus die nächsten Beschaffungsschritte vor.

Markt & Timing

Strom- und Gasmärkte beobachten und mögliche Beschaffungszeiträume frühzeitig einordnen.

Mehr zur Marktanalyse

Verbrauch & Produktionsprofil

Verbrauchsmengen, Lastprofile und erwartete Veränderungen in der Produktion in die Beschaffungsplanung einbeziehen.

Mehr zur Preis- und Risikoanalyse

Beschaffungsmodell & Risiko

Festpreis-, Spot-, Tranchen- und hybride Modelle danach bewerten, wie viel Planungssicherheit und Flexibilität der Betrieb benötigt.

Beschaffungsmodelle vergleichen

Ausschreibung & Vertragsmanagement

Angebote vergleichbar machen, Konditionen verhandeln und Vertragslaufzeiten, Fristen und Beschaffung anschließend im Blick behalten.

Strategische Energiebeschaffung ansehen

Energiebeschaffung und Kälteoptimierung für eine Brauerei in Oberfranken

960.000 kWh Strom · 3,1 Mio. kWh Erdgas · rund 70.800 Euro Einsparung pro Jahr

Die Ausgangssituation

Eine mittelständische Brauerei in Oberfranken benötigt jährlich rund 960.000 kWh Strom und 3,1 Mio. kWh Erdgas. Strom wird insbesondere für Kühlung, Pumpen, Druckluft und Abfüllung benötigt. Erdgas liefert die Prozesswärme für Sudhaus, Reinigung und weitere Produktionsschritte.

Vor dem Auslaufen der Lieferverträge lag der Brauerei ein Verlängerungsangebot des bisherigen Versorgers vor. Der angebotene Arbeitspreis betrug 19,0 Cent je Kilowattstunde Strom und 7,2 Cent je Kilowattstunde Gas. Aufgrund des hohen und kontinuierlichen Energiebedarfs wollte das Unternehmen diese Konditionen nicht ungeprüft übernehmen.

Gleichzeitig zeigte die Verbrauchsanalyse, dass ein erheblicher Teil des Stroms für die Kälteversorgung benötigt wurde. Deshalb sollte nicht nur der Energiepreis verbessert, sondern zusätzlich geprüft werden, ob sich der Strombedarf der bestehenden Kälteanlage wirtschaftlich reduzieren lässt.

Das Vorgehen von Energieformat

Energieformat prüfte zunächst die bestehenden Verträge, Verbrauchsdaten und Abnahmestellen. Strom und Gas wurden getrennt betrachtet, weil sich Verbrauchsverläufe, Marktbedingungen und geeignete Beschaffungszeitpunkte unterscheiden.

Auf dieser Grundlage bereitete Energieformat zwei strukturierte Ausschreibungen vor und bezog passende Energieversorger in den Wettbewerb ein. Die Angebote wurden nach Preis, Laufzeit, Mengentoleranzen, Verlängerungsregelungen und weiteren Vertragsbedingungen verglichen. Nach Eingang der Angebote verhandelte Energieformat die Konditionen mit den Lieferanten nach und bereitete die Ergebnisse als nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für die Brauerei auf.

Da die Kühlung einen wesentlichen Anteil am Stromverbrauch hatte, wurde zusätzlich COOLAKTIV in die Beratung einbezogen. Zunächst wurden die technische Eignung der vorhandenen Kälteanlage und ihre Betriebsbedingungen geprüft.

Anschließend erfasste ein Energiemonitoring den tatsächlichen Stromverbrauch der Anlage. Auf dieser Grundlage wurde die Optimierung im laufenden Betrieb getestet. Die Kälteleistung und die für Gärung, Lagerung und Produktion erforderlichen Temperaturen blieben dabei vollständig erhalten.

Der Verbrauch vor und während des Testbetriebs wurde unter vergleichbaren Bedingungen gegenübergestellt. Erst nachdem die Einsparung messbar nachgewiesen und in Kilowattstunden dokumentiert war, konnte die Brauerei über die dauerhafte Umsetzung entscheiden.

Das Ergebnis

Durch Ausschreibung und Nachverhandlung konnte der Arbeitspreis für Strom von 19,0 auf 16,5 Cent je Kilowattstunde reduziert werden. Bei Erdgas verringerte sich der Arbeitspreis von 7,2 auf 6,1 Cent je Kilowattstunde.

Bei den ursprünglichen Verbrauchsmengen entspricht das einem jährlichen Beschaffungsvorteil von rund 24.000 Euro für Strom und rund 34.100 Euro für Erdgas – insgesamt etwa 58.100 Euro netto.

Die Messung von COOLAKTIV ergab zusätzlich eine Reduzierung des Stromverbrauchs der Kälteanlage um 20 Prozent. Bei einem zuvor ermittelten Kältebedarf von rund 384.000 kWh sank der Stromverbrauch um 76.800 kWh pro Jahr. Beim neu verhandelten Strompreis entspricht dies einer zusätzlichen Einsparung von rund 12.700 Euro jährlich.

Insgesamt reduzieren Energiebeschaffung und Kälteoptimierung die Energiekosten der Brauerei rechnerisch um rund 70.800 Euro netto pro Jahr. Der jährliche Stromverbrauch sinkt zugleich von 960.000 auf 883.200 kWh.

Die Brauerei profitiert damit doppelt: Sie beschafft die weiterhin benötigte Energie zu besseren Konditionen und senkt gleichzeitig den Verbrauch ihrer bestehenden Kälteanlage. Energieformat bleibt der zentrale Ansprechpartner und koordiniert sowohl die Energiebeschaffung als auch die Einbindung der spezialisierten Partner.

Das Projekt wird zum Schutz des Kunden anonymisiert dargestellt. Die Einsparung wurde anhand der vertraglich vereinbarten Preisunterschiede und der prognostizierten Verbrauchsmengen berechnet. Der tatsächliche wirtschaftliche Effekt kann abhängig vom realen Verbrauch sowie von Netzentgelten, Steuern, Abgaben und Umlagen abweichen.

Was Lebensmittelhersteller bei der Energiebeschaffung besonders beachten sollten

Wie planen wir unsere Energiebeschaffung, wenn unsere Produktionsmengen stark schwanken?

In der Lebensmittelproduktion können Saison, Rohwarenverfügbarkeit oder Auftragslage den Energiebedarf deutlich verändern. Deshalb sollte die Beschaffung nicht nur auf dem Verbrauch des Vorjahres basieren. Entscheidend ist, erwartbare Veränderungen frühzeitig einzubeziehen und Verträge so zu gestalten, dass Mengenabweichungen nicht unnötig zum Kostenrisiko werden.

Was bedeutet ein dauerhaft hoher Kältebedarf für unsere Strombeschaffung?

Kühl- und Tiefkühlanlagen laufen häufig auch dann weiter, wenn gerade weniger produziert wird. Dadurch bleibt ein Teil des Stromverbrauchs relativ konstant. Für die Beschaffung ist deshalb wichtig zu wissen, welcher Verbrauch dauerhaft anfällt und welcher tatsächlich von der Produktionsmenge abhängt.

Können wir von schwankenden Strompreisen profitieren, obwohl unsere Kühlung ständig laufen muss?

Teilweise. Kühlprozesse lassen sich nicht beliebig verschieben, weil Produktsicherheit und Temperaturanforderungen Vorrang haben. Je nach Anlage kann es aber Spielräume geben, bestimmte Verbraucher zeitlich flexibler zu steuern. Ob sich daraus ein Vorteil für eine flexible Strombeschaffung ergibt, sollte immer anhand des tatsächlichen Betriebs geprüft werden.

Wie sollten wir Gas beschaffen, wenn Prozesswärme für unsere Produktion unverzichtbar ist?

Wenn Dampf, Heißwasser, Back-, Koch- oder Trocknungsprozesse kontinuierlich benötigt werden, ist Gas häufig ein wesentlicher Produktionsfaktor. Dann sollten geplante Produktionsmengen und saisonale Veränderungen in die Mengenplanung einfließen. Gleichzeitig kann für Gas eine andere Beschaffungsstrategie sinnvoll sein als für Strom.

Was ändert sich an unserer Energiebeschaffung, wenn wir neue Technik einsetzen oder selbst Strom erzeugen?

Neue Kälteanlagen, Photovoltaik, Speicher, Wärmepumpen oder andere technische Veränderungen können den bisherigen Strom- und Gasbedarf deutlich verschieben. Deshalb sollte die Energiebeschaffung nicht einfach auf Basis alter Verbrauchswerte fortgeführt werden. Künftiger Netzbezug und veränderte Verbrauchsmengen sollten möglichst vor der nächsten Ausschreibung neu eingeordnet werden.

Ihre nächste Energiebeschaffung auf Produktion und Verbrauch abstimmen

Ob saisonale Mengen, hoher Kältebedarf, gasbasierte Prozesswärme oder Veränderungen in der Anlagentechnik: Wir betrachten Ihre aktuelle Beschaffungssituation und klären, welcher nächste Schritt für Ihren Produktionsbetrieb sinnvoll ist.

Beschaffungssituation besprechen

Für eine erste Einordnung reichen in der Regel Jahresverbrauch für Strom und Gas, Vertragsende und Anzahl der Abnahmestellen. Wenn vorhanden, helfen zusätzlich aktuelle Lastgangdaten.