Wie planen wir unsere Energiemengen, wenn Auslastung und Warenumschlag schwanken?+
Historische Jahresverbräuche bilden eine wichtige Grundlage, reichen allein aber nicht immer aus. Zusätzlich sollten veränderte Betriebszeiten, saisonale Spitzen, neue Kunden, technische Erweiterungen und geplante Automatisierungen berücksichtigt werden. Bei größeren Standorten liefern Lastgangdaten wichtige Hinweise darauf, wann Grundlasten und Verbrauchsspitzen entstehen.
Eignet sich eine flexible oder spotmarktbezogene Beschaffung für einen Logistikstandort?+
Das hängt davon ab, welcher Teil des Verbrauchs tatsächlich flexibel ist und welche Preisschwankungen wirtschaftlich getragen werden können. Kühlung, Sicherheitstechnik oder zeitkritische Betriebsabläufe lassen sich kaum nach kurzfristigen Marktpreisen verschieben. Bei anderen Verbrauchern kann mehr Spielraum bestehen. Das Beschaffungsmodell sollte deshalb zum tatsächlichen Betrieb passen – nicht umgekehrt.
Können Kühlhäuser und nicht temperaturgeführte Lager gemeinsam ausgeschrieben werden?+
Ja. Unterschiedliche Standorte können innerhalb einer gemeinsamen Ausschreibung betrachtet werden. Die jeweiligen Verbrauchs- und Lastprofile sollten dabei jedoch getrennt erfasst bleiben. Ein Kühlhaus mit kontinuierlicher Grundlast muss anders eingeordnet werden als eine Lagerhalle mit überwiegend tageszeitabhängigem Betrieb.
Was verändert sich durch die Elektrifizierung von Flurförderzeugen oder Fahrzeugflotten?+
Elektrische Fahrzeuge erhöhen nicht nur den Jahresverbrauch, sondern können auch neue Leistungsspitzen erzeugen. Entscheidend sind Anzahl und Einsatzzeiten der Fahrzeuge, verfügbare Ladefenster, benötigte Ladeleistung und vorhandene Netzanschlusskapazität. Diese zusätzlichen Bedarfe sollten frühzeitig in Lastprofil und Beschaffungsmenge einfließen.
Wie wirkt sich eine Photovoltaikanlage auf die Strombeschaffung aus?+
Photovoltaik kann den Strombezug während der Erzeugungszeiten reduzieren. Wie stark der Netzbezug tatsächlich sinkt, hängt jedoch davon ab, ob Stromerzeugung und Verbrauchsprofil des Standorts zeitlich zusammenpassen. Für die nächste Ausschreibung ist deshalb der erwartete Reststrombedarf entscheidend – nicht allein die Größe der Dachfläche oder der PV-Anlage.
Können mehrere Logistikstandorte gemeinsam beschafft werden, obwohl ihre Verbräuche unterschiedlich sind?+
Ja. Eine gemeinsame Beschaffungsstrategie kann unterschiedliche Standorte und Abnahmestellen bündeln. Voraussetzung ist, dass Verbrauchsmengen, Lastprofile, Vertragslaufzeiten und Besonderheiten jedes Standorts transparent bleiben. So lassen sich Volumina zusammenführen, ohne die einzelnen Standorte pauschal gleichzusetzen.